DIY und MIYC in der Körperpflege

IBevor wir uns wieder schimpfend über den absurden Plastikeinsatz in der Körperpflegebranche auslassen, vertagen wir die Kritik auf morgen und geben hier und heute nur einen Vorgeschmack davon preis: Die meisten Produkte, die Drogerien anbieten sind neben nutzlos auch noch wirkungslos, obendrauf noch schädlich für unsere Umwelt und uns selbst.

Statt wehzuklagen blicken wir jetzt erstmal sinnend in die Ferne und überlegen uns, ob wir das MIYC-Prinzip nicht nur im Waschmittelbereich, sondern auch bei der Körperpflege anwenden können. Wir kommen zu dem Schluss, dass auch das ohne weiteres günstig und plastikfrei möglich ist!Und so kamen wir drauf:

Körperpflege! Was ist das und womit wird es vollbracht? Zunächst einmal reden wir im Fall der Körperpflege eigentlich von der Pflege von Haut, Haar, Nagel und Zahn. Von diesen vier ist nur eines ein Körperorgan, die Haut. Es kann sich zwischen Haaren, Nägeln und Zähnen auch nur die Haut von Schädigungen erholen. Alle Produkte, die für Haare, Zähne und Nägel anderes versprechen, kann man also gleich als Konsummanipulation entlarven, und nicht kaufen.

Außer der Regeneration kann man in der Körperpflege noch zwischen Reinigung und Pflege unterscheiden. Muss man aber nicht. Es ist überhaupt nicht notwendig, für jeden Quadratzentimeter des Körpers (Körper, Gesicht, Augenpartie, Nasenpartie, diese Haare, jene Haare, nicht zu vergessen die Haut hinter den Ohrläppchen) jeweils verschiedene Produkte zu verwenden. Shampoo, Duschgel, Spülungen, Masken, Peelings, Nagelhautdies, Fixiersprays und – alles andere: Vernachlässigt diese Routine ab jetzt:

Anders als bei Geschirr oder Wäsche oder dem Boden möchten wir zwar ebenfalls unerwünschte Materie von unserem Körper entfernen – aber nicht so GANZ. Wir wollen schließlich unserer Haut und den Haaren und allem anderen nicht ihre Feuchtigkeit entziehen – also Öl! Aggressive Reinigungsmittel wie unser DIY-Wasch-Mittel sollten wir also nicht verwenden. Unter aggressiven Reinigern kann man übrigens herkömmliche Shampoos, Duschgels usw einordnen – schaut euch nur mal die Inhaltsangaben eurer Wahlprodukte an. Während ihr das tut, wird euch auch auffallen, dass in den meisten Flaschen das absolut gleiche drin ist. Ebenso bei den Reinigern. Da stellt sich doch nun aber wirklich lautstark die Frage, wofür wir da überhaupt Geld hinblättern, hört ihr das auch?

 

Aber wir wollten heute nicht wettern, deswegen in aller Kürze eine einfache, preiswerte DIY-Körperpflegemischung, die man wie man auch möchte im MIYC-Prinzip für alles erweitern kann:

1 Teil Kokosöl + 1 Teil Sheabutter (wir haben gelbe, im Handel ist sie oft weiß) in ein Gefäß geben und schmelzen lassen. Auf dem Fensterbrett oder in einem Wasserbad – wenn beide Öle flüssig sind, mischen, warten, mischen, warten, mischen, warten.. bis die so gemischte Creme wieder fest ist. Diese Basiscreme kann als genau das, Creme, benutzt werden, und zwar egal an welchem Punkt von eurem Körper! Öle und Fette lassen sich am besten auf leicht feuchter Haut auftragen, und noch einen Unterschied gibt es zu den üblichen Konsumprodukten: eine winzige Menge reicht aus. Beispielsweise ein Tropfen (eine Fingerspitze) für das gesamte Gesicht plus Hals. Auch bei Stiernacken. Und die MIYC-Erweiterungen sehen – zum Beispiel – so aus:

 

plastikfrei, diy, nachhaltig

Deo: 2 EL der Basismischung erwärmen bis sie flüssig ist und mit einem halben Teelöffel Natron mischen. Für einen stärkeren Desodorierungseffekt kann noch ätherisches Öl beigemischt werden, gut eignet sich dafür Teebaumöl oder Lavendelöl.

Zahncreme: 2 EL der Basismischung erwärmen bis sie flüssig ist und mit Kurkumapulver (hellt die Zähne auf) mischen. Oder mit Aktivkohle. Oder ein wenig Natron, oder ein wenig Heilerde. Wer den minzigen Geschmack von herkömmlicher Zahnpasta vermisst, kann noch ein paar Tropfen Pfefferminzöl dazumischen.

Gesichtsreiniger: Eine haselnussgroße Menge der Basismischung auf das angefeuchtete Gesicht auftragen, einmassieren, abwaschen. Hier wird Feuer mit Feuer, also Öl mit Öl bekämpft und JA!, das klingt paradox aber es funktioniert tatsächlich. Auch bei sehr fettiger Haut.

Duschgel: siehe Gesichtsreiniger. Wer einen schönen Duft für sein Duschgel wünscht, kann diesen auch dazu mischen.

…. und so weiter und so fort! Die in diesem Rezept verwendeten Öle sind Beispiele. Bei uns funktionieren sie sehr gut, andere würden sicher auch sehr gut funktionieren. Glücklicherweise ist das Internet voll von Rezepten und Zutateninfos und, ach, schaut selbst..

2 Kommentare zu „DIY und MIYC in der Körperpflege“

    1. Oooh, das waren wir auch! Inzwischen benuten wir aber nichts anderes mehr (außer manchmal Tigerbalsam, funktioniert nur wesentlich schwächer), und haben damit schon mehrere Festivals durchgetanzt – geruchsfrei 🙂 Sehr verblüffend, besonders mit Teebaumöl. Schwitzen wird durch dieses Deo natürlich nicht unterdrückt! Sollte man auch nicht. Eine bessere Klimaanlage für den Körper gibt es immerhin nicht. Einfach ausprobieren 🙂

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