2. Einkaufstipp: schüttgut – der Unverpacktladen + Bonustipp von Oma

In der Vogelsangstraße 51 findet man schüttgut, Stuttgarts ersten Unverpacktladen in Stuttgart. Klein mag er sein, aber damit zeigen die Ladeninhaber nur, dass es kein Überangebot an Waren braucht, um alles zu kriegen was man will! Und zwar unverpackt. Man kann eigene Behälter für seinen Einkauf mitbringen oder vor Ort verschiedene Behälter kaufen. Zum Beispiel auch die in unserem Starterkit vertretenen Behälter von reCircle Stuttgart! Ebenfalls in beidem findet man Produkte von Klean Kanteen. Beide Umweltinitiativen stellen wir in den nächsten Blogbeiträgen vor!

Zum Abfüllen gibt es über Nudeln, Flocken, Getreide, Bohnen, Samen, Kräuter und Gewürze auch Öle und Essig, Waschmittel, Seifen, Reinigungsmittel. Alternativen zu Plastikfolie, Klopapier, Alufolie, Wattepads und -stäbchen gehören ebenfalls zum Angebot. Die Auswahl an Obst und Gemüse ist sehr klein, dafür aber wirklich aus der Region und nachhaltiger Landwirtschaft. Wie student sich die höheren Preise leisten kann, erklären wir schon im übernächsten Absatz!

Bis dahin kann man schon mal genießen, wie viel Plastik der Einkauf bei Schüttgut spart, dass man sich einfach selbst aussuchen kann, wieviel man wovon kaufen möchte, und dass die regionale Landwirtschaft gefördert wird. Nicht zuletzt wird dadurch der Raubbau des derzeitigen Wirtschaftssystems an Mensch und Natur von uns NICHT WEITER finanziert!

Moralischer Stolz alleine macht am Ende des Geldes jedoch nicht satt. Deswegen an dieser Stelle ein Bonustipp von Oma. Für deren Generation war es übrigens völlig normal, Tücher und Boxen und Flaschen zum Einkaufen mitzunehmen!

Bonustipp von Oma: Esst mehr Kartoffeln!

Das sagte sie ganz trocken, wohl um zu unterstreichen wie vielseitig die Kartoffel doch ist! Wer Oma das nicht glaubt, soll nur mal eine Kartoffelgerichte-Liste anfertigen, und nachzählen. Außerdem sind Kartoffeln äußerst gesund, äußerst regional, äußerst lange haltbar und äußerst günstig. Wer durch mehr Kartoffelgerichte die Vielfältigkeit seiner Ernährung oft genug potenziert, spart dadurch genug Geld für einen ordentlichen Einkauf im Unverpacktladen! Wir sagen: Danke, Omi! 

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Quelle: stuggi.tv
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Quelle: schuettgut-stuttgart.de
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5 Kommentare zu „2. Einkaufstipp: schüttgut – der Unverpacktladen + Bonustipp von Oma“

  1. Sehr cool, dass es so einen Laden nun auch in Stuttgart gibt. Doch warum sind die Lebensmittel in ‚unverpackt‘-Läden immer so teuer?

    1. Die Frage lässt sich ganz leicht beantworten, wenn man sie anders stellt: Wieso sind die Lebensmittel in Discountern so billig? 🙂
      Teuer ist ja ein Vergleichswert, uns erscheinen die Preise in unverpackt-Läden oder Bioläden teuer im Vergleich zu den Preisen in Discountern. Und die sind einem wirklich harten Preiswettbewerb ausgesetzt – der sich in Deutschland hauptsächlich zwischen 5-6 Unternehmen abspielt. Da Discounter große Abnahmemengen haben, besonders je mehr Filialen sie haben, können sie enorm günstige Preise bei Großhändlern aushandeln. Da kommt auch der Name her: Rabatt heißt auf englisch discount. Eigentlich könnte man Discounter auch Mengenrabattiere nennen, wenn man ein neues Wort für sie erfinden wollte. Aufgrund des hohen Preisdrucks und der harten Konkurrenz kommt es dann schon auch vor (und zwar oft). dass ein vielfaches der benötigten Menge eines Produktes bestellt wird, um eine höhere Rabattstufe zu erreichen und dadurch einen geringeren Produktpreis. Dass der Überschuss weggeworfen wird, ist dann schon einkalkuliert.
      Ihre Lieferanten sind industrialisierte und automatisierte Großbetriebe, die ihre eigenen Preise auf Kosten ihrer Arbeiter und des genutzten Landes weiter senken können. Und da Lebensmittel in Discountern selten nicht vorbearbeitet sind (siehe die ganzen Fertigprodukte und vorgekochte Produkte), können Lebensmittel, die im unbearbeiteten oder rohen Zustand niemals ihren Weg in Läden finden würden, zu „ansehnlichen“ Endprodukten weiterverarbeitet werden. Am Anfang des qualitativ hochwertigen (zumindest laut Packung und Werbung) Kaffees stehen so oft Kaffeeprodukte, die eigentlich schon aussortiert wurden. Dazu kommt, dass in den ganzen vorgefertigten Lebensmitteln oft Füllstoffe enthalten sind, die die Produkte strecken und na ja, das Prinzip ist wahrscheinlich jedem aus anderen „Branchen“ bekannt :).
      Bei Lebensmitteln, wie bei allen anderen günstigen Produkten aus Massenproduktionen kann man sich merken, dass die Ersparnis oder die günstigen Preise, über die man sich freut, jemand anders schon teuer bezahlt hat – mit seinem Land, seiner Gesundheit, oft seiner Heimat und Familie und nicht zuletzt mit seiner Würde. Mächtige, erfolgreiche Länder – auch Deutschland – erreichen ihren Erfolg leider immer nur durch die Ausbeutung anderer.
      Gerade bei Obst und Gemüse in Europa ist die Situation gerade besonders schlimm. ARD hat vor ein oder zwei Tagen dazu eine sehr gute Dokumentation gezeigt, die poste ich jetzt sofort auf unserer Motivationsseite!
      Um deine Frage zu beantworten, all diesen Preisdrückern unterstehen unverpackt-Läden nicht – sie sollen im Prinzip ja ein Statement gegen eben diese unsere Art zu wirtschaften sein. Und die muss aus mehreren Gründen aufhören! – Optimisten können sich also sagen, dass sie höchstens ein paar Jahre höhere Preise zahlen müssen (oder mehr Kartoffeln essen 🙂 ) – und sich politisch und regional und im eigenen Umfeld für ein Umdenken stark machen. Jeder Griff ins Regal ist eine Entscheidung darüber, wie unsere Welt sein soll!

      1. Vielen lieben Dank für die sehr aussführliche Antwort! das leuchtet alles natürlich sehr ein! Das ist ja im Prinzip auch dasselbe Problem wie bei Milch- oder Fleischersatzprodukten, die auch teurer sind, nicht weil sie wirklich teurer in der Produktion sind, sondern weil es eben kaum gekauft wird.

    2. Obwohl die Preise von ‚unverpackt‘-Läden sicherlich höher sind als bei Discountern, gibt es durchaus auch preiswerte Lebensmittel im Sortiment. Vor allem wenn man die bessere Qualität mitbedenkt.
      Ich war erst heute bei Schüttgut einkaufen. Beispielsweise finde ich folgende Einkäufe nicht unbedingt teuer, sondern für die Qualität angemessen:
      – Rundkornreis bio 536 g für 2,63 €
      – Müsli Früchte bio 639 g 3,13 €
      – Penne Vollkorn bio 800 g für 2,88 €
      – Dinkel-Spaghetti bio 905 g für 4,80 €

      1. webgo-admin

        Das stimmt! Im direkten Vergleich ist nicht alles teurer, und wenn man noch andere Dinge bedenkt, bzw. umsetzt, lohnt es sich sogar auch finanziell. Das Thema wird noch ein eigener Blogeintrag.. 🙂

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